Salzburg: Petersfriedhof
Der Petersfriedhof (Friedhof des Stiftes St. Peter) ist neben dem Friedhof des Stiftes Nonnberg die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs.
Durch seine Lage am Fuß des Felsens des Festungsberges und sein malerisches Umfeld, das immer wieder neue Blickwinkel eröffnet, war der Petersfriedhof ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des 19. Jahrhunderts.
Am Rand des Petersfriedhofs befinden sich erhöht die "Katakomben", die in den Festungsberg gehauen wurden. Sie sind höchstwahrscheinlich spätantik-frühchristlichen Ursprungs und dienten trotz ihres Namens nicht als Begräbnisstätten sondern wohl als frühchristliche Versammlungsorte. Später wurden sie mit der Legende des Priesters Maximus in Verbindung gebracht, der 477 nach Christus - trotz Severin von Noricums Warnung vor heranziehenden Barbaren - zurückblieb und mit seinen 55 Gefährten den Märtyrertod erlitt. Die örtlichen Angaben dieser Legende beziehen sich aber nicht auf Salzburg, auch ist die Gestalt des Heiligen Maximus historisch nicht belegt.
Die Katakomben sind rechts der Gruftarkaden durch die Commungruft zugänglich, von der aus eine Treppe zu den zwei Katakombenkapellen hinauf führt, die einst als Höhlenbauten aus dem Berg herausgearbeitet worden waren, durch Felsstürze später aber teilweise sichtbar wurden und daraufhin wieder zugemauert wurden. In der Kommungruft finden sich auch die einzigen Grabstätten der Anlage: So wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts etwa Mozarts Schwester Nannerl und sein Freund Michael Haydn in der Gruft beigesetzt.
In der Mitte des Friedhofs steht die Margarethenkapelle. Diese kleine Kirche ist ein einheitlicher spätgotischer Saalbau. Bei Grabungen in der Kirche stieß man auf vorromanische Reste der früher hier stehenden alten Amanduskapelle, die vom heiligen Rupert erbaut worden war. Unter Erzbischof Arno erneuert, wurde sie nach einem Brand im Jahr 1127 wieder hergestellt. Die heutige Kirche wurde anstelle der baufällig gewordenen alten Kirche in den Jahren 1485 bis 1491 zu Ehren der heiligen Margarethe errichtet. Bemerkenswert sind die Schlingrippengewölbe im Inneren der Kirche. Die Madonna der Kirche stammt aus dem 15. Jahrhundert. An der äußeren Kirchenwand sind die Grabplatten vieler Äbte und Adeliger eingelassen. Neugotische Ergänzungen sind v.a. die Chorschlussfenster und der kleine Altar.
Die öffentlich nicht begehbare Kapelle wurde 1170 geweiht, der quadratische romanische Chor der Kapelle hat sein Aussehen teilweise bewahren können. Sie wurde 1614/15 von Santino Solari durch die Errichtung eines kurzen barocken Langhauses für Anton Graf Lodron zu einem Mausoleum umgestaltet. Das Wandgrab selbst wurde dabei von Hans Konrad Asper gestaltet. Die Kapelle besitzt ein schindelgedecktes Pultdach. Auf Eisenblech gemalte Bilder zeigen hier Szenen aus dem Leben des Heiligen Eremita, das Altarbild zeigt den Tod des Heiligen Antonius. Gegenüber dem Eingang findet sich die sogenannte Gebetshöhle des Heiligen Rupert.
Die Ägydiuskapelle befindet sich als abgemauerte Felshöhlenkapelle direkt hinter dem Chor der Kreuzkapelle. Die 1950 freigelegten Reste der dort erhaltenen Wandmalerei werden mit 1425/30 datiert. Errichtet wurde die Ägydiuskapelle 1172.
Die Grüfte IV-VII wurden um 1625, die Grüfte IX-XXIV 1615-1626 und die Grüfte XXV-LIV 1626-1630 erbaut. Diese Arkaden gestaltete großteils der Maurermeister Christoph Gottsreiter. Die Epitaphien und schmiedeeisernen Abschlussgitter stammen dabei aus der Zeit zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert.
Text: wikipedia.de

